Ein paar Gedanken zur «Neuausrichtung für die erfolgreiche Zukunft» der FC Wohlen AG

Heutzutage im Profifussball ohne grossen Sponsor oder Geldgeber*in zu bestehen, schaffen nur noch sehr wenige Teams. Und dies wird sich auch in der nächsten Zeit kaum ändern. Daher sind wir wenig erstaunt, dass sich auch der FC Wohlen um einen potenten Geldgeber bemüht hat und mit Monquez Al-Yousef gefunden hat.
Und obwohl es in Fussballkreisen momentan sehr angesagt ist, sich über den Ausverkauf des Fussball, den Verlust von Traditionen oder generell Vereine wie RB Leipzig zu beklagen, wollen wir an dieser Stelle versuchen einen objektiveren Blick auf diese Vorgänge zu werfen. Denn was nun in den letzten Jahren immer mehr passiert, ist ja nur eine logische Folge von dem was Fussball heutzutage ist. So lange wir uns im Profifussball bewegen und wir in einer kapitalistischen Gesellschaft leben, ist dieser Fussball auch immer ein Produkt, welches vermarktet und umgesetzt werden muss. Ohne wirtschaftlichen Erfolg ist es auch nicht möglich zu bestehen. Dass nun einige Vereine, respektive Firmen diese «Vermarktung» immer mehr vorantreiben, kann wohl niemanden erstaunen. Man ist gezwungen, Gewinn zu erwirtschaften und wenn Besucher*innen und ihr Konsum alleine nicht genügen, müssen neue Wege gefunden werden. Dies machen die einen Vereine etwas mehr als andere, aber einen grundsätzlichen Unterschied gibt es nunmal einfach nicht.

Eine der Möglichkeiten mehr Geld zu generieren ist es einen grossen Sponsor, Investor oder Mäzen ins Boot zu holen. Was nun im Falle des FC Wohlen Monquez Al-Yousef ist. Worin sich diese Geldgeber*innen unterscheiden können, ist die Rolle, welche sie innerhalb des Vereins einnehmen. Wenn es so sein wird, wie es in der Medienmitteilung des FC Wohlen heisst, dann hört sich das für uns zumindest nach einer erfreulicheren Lösung an. Dass der Verwaltungsrat auf neu fünf Mitglieder*innen erhöht wurde und neben Monquez Al-Yousef noch seine Frau Denise Dobbin Al-Yousef einen Platz einnahm ist wohl in Ordnung. Vor allem wenn wie geschrieben, sich die Al-Yousef’s aus dem sportlichen Geschehen raushalten wollen, ist anzunehmen, dass der Spielbetrieb und die Ausrichtung des Vereins in einem ähnlichen Rahmen bleibt. Wenn dazu jetzt eine finanzielle Basis kommt, welche die nächsten Jahre sichert, ist dies klar zu begrüssen. Ob und wie sich die Al-Yousef’s dann schlussendlich genau einbringen, wäre an dieser Stelle auch reine Spekulation.

Aus der Sicht der Beteiligten des FC Wohlen ist dieser Schritt die Zukunft unseres FC’s. Doch genau dort sehen zumindest wir längerfristig die grössten Unklarheiten. Da Herr Al-Yousef nun die «dominierende Mehrheit des Aktienkapitals» besitzt, sind wir sehr stark von einer Person abhängig. Und dies alleine bringt schon Gefahren mit sich. Denn niemand weiss, was Herr Al-Yousef in den nächsten Jahren für Pläne hat und ob der FCW vielleicht plötzlich nicht mehr so interessant für ihn ist. Sollte er sich dann eher kurz- als langfristig beim FC Wohlen zurückziehen, wird die Lücke, die er hinterlässt, wohl kaum einfach so geschlossen werden können. Daher muss jetzt schon daran gearbeitet werden, dass der FC Wohlen in Zukunft breiter aufgestellt ist und dies in allen Belangen. Die Basis, also alle Fans, alle freiwilligen Helfer*innen oder auch Mitglieder*innen des Vereins müssen unterstützt und deren Engagement gefördert werden. Aber auch das regionale Gewerbe, die aktuellen Sponsoren müssen weiter berücksichtig und vor allem auch weiter gestärkt werden. Denn fehlt in der Region der Bezug zum FC Wohlen, wird auch langfristig ein mächtiger Geldgeber nichts bringen.

Die Zukunft des FC Wohlen ist das Freiamt, die Bewohner*innen von Wohlen und der Region sowie alle, die sich in irgendeiner Form für den FC Wohlen stark machen! Also machen wir uns auf, in eine neue Saison, in eine neue Zeit und nur die Zukunft weiss, was sie uns bringen wird…

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